Kolloide versus Kristalloide zur Flüssigkeitsreanimation bei kritisch kranken Menschen

Added October 31, 2020

Was ist das? Einige Patienten mit COVID-19 werden kritisch krank und benötigen möglicherweise zusätzliche Flüssigkeit, um ein Nierenversagen zu verhindern.  Als Flüssigkeitsersatz kommen Kolloide oder Kristalloide in Frage. Kolloide sind günstig und einfach zu verwenden, können jedoch Ödeme verursachen.  Kristalloide kosten mehr, führen zu einer schnelleren Volumenausdehnung, können aber allergische Reaktionen, Blutgerinnungsstörungen und Nierenversagen verursachen.

In dieser systematischen Cochrane-Review suchten die Autoren nach randomisierten und quasi-randomisierten Studien, die Kolloidale (Stärke, Dextrans, Albumin oder Gefrorenes Frischplasma (GFP)) mit Kristalloiden (isotonischen oder hypertonischen) Lösungen bei Patienten verglichen, die aufgrund von Trauma, Verbrennungen oder Sepsis schwer erkrankt waren und einen Flüssigkeitsvolumenersatz benötigten. Die Recherche wurde im Februar 2018 durchgeführt und wurde nicht nach Datum, Art oder Sprache der Veröffentlichung eingeschränkt.  Die Autoren identifizierten 65 randomisierte Studien und 4 quasi-randomisierte Studien (ca. 30.000 Teilnehmer). Die Studien bewerteten Stärkelösungen, Dextrans, Gelatine und Albumin oder GFP.

Was funktioniert? Nichts festgestellt.

Was funktioniert nicht? Unterschiedliche Formen von Kolloiden (Stärke, Dextrans, Albumin oder GFP) oder Gelatine machen im Vergleich zu Kristalloiden bei schwerkranken Patienten wahrscheinlich wenig oder keinen Unterschied hinsichtlich Mortalität. Allerdings erhöhen Stärken wahrscheinlich den Bedarf an Bluttransfusionen und Nierenersatztherapie leicht.

Was ist unsicher? Es ist ungewiss, ob die Verwendung von Dextrans, Albumin oder GFP oder Kristalloiden die Notwendigkeit einer Bluttransfusion beeinflusst. Es ist auch ungewiss, ob unerwünschte Ereignisse häufiger bei Kolloiden oder bei Kristalloiden auftreten.

 

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